Die 10 Jahreszeiten der Natur

Alles zu seiner Zeit

Die phänologischen Jahreszeiten folgen der Natur und nicht dem Kalenderdatum. Anhand der Entwicklung weitverbreiteter Pflanzen, den so genannten »Leitpflanzen«, ermittelst du die entsprechende Jahreszeit deine Region.
Weil sich so genau der richtigen Zeitpunkt u.a. für Aussaat und Pflanzung bestimmen lässt, basieren unsere Beet-Rezepte auf den Jahreszeiten der Natur.

Die phänologischen Jahreszeiten im Jahresverlauf:

Vorfrühling

Der Vorfrühling beginnt, wenn die Kätzchen der Haselsträucher stäuben und die Schneeglöckchen blühen. In dieser Jahreszeit blüht auch die Erle und somit beginnt für die Allergiker die unangenehme Heuschnupfen-Zeit. Diese drei Phasen variieren zeitlich sehr stark, so dass sie von Ende Januar bis in den März auftreten können.

Beginnt im Mittel am 22. Februar (Schwankung zwischen 26. Januar und 29. März).

Erstfrühling

Die Forsythienblüte ist ein deutlich sichtbares Zeichen für den Beginn des Erstfrühlings. Die Stachel- und Johannisbeeren eröffnen die Obstblüte, es folgen dann nacheinander Pflaume, Birne und die Kirschen. In diese Jahreszeit fällt für die meisten heimischen Laubgehölze auch die Zeit der Laubentfaltung.

Beginn im Mittel am 30. März (Schwankung zwischen 10. März und 21. April).

Vollfrühling

Mit der Apfelblüte hält der Vollfrühling Einzug. Auch die spät austreibenden Laubbäume entfalten jetzt ihr Laub und Raps und Wintergetreide wachsen schnell in die Höhe. Die steigenden Temperaturen und die längere Sonneneinstrahlung sorgen für eine stürmische Pflanzenentwicklung. Der Beobachter muss jetzt aufmerksam sein, damit er die vielen phänologischen Phasen mitbekommt.

Beginn im Mittel am 1. Mai (Schwankung zwischen 19. April und 19. Mai).

Frühsommer

Mit dem Blühbeginn des Schwarzen Holunders setzt der Frühsommer ein. Die Blüte der Gräser ist jetzt auf ihrem Höhepunkt. In diese Zeit fällt auch die Heuernte und die Imker schleudern nach der Raps- oder Robinienblüte den Blütenhonig (Frühtracht). Wenn es jetzt nicht zu warm und zu trocken ist, dann sind günstige Voraussetzungen für eine gute Ernte gegeben.

Beginn im Mittel am 30. Mai (Schwankung zwischen 13. Mai und 17. Juni).

Hochsommer

Wenn die Linden blühen und im Garten die reifen Johannisbeeren und Süßkirschen gepflückt werden, dann ist Hochsommer, der auch schon Erntezeit ist. Als erste Getreideart ist die Wintergerste druschreif, sie wird gefolgt vom Winterraps. Die übrigen Getreidearten reifen nach und nach ab.

Beginn im Mittel am 22. Juni (Schwankung zwischen 8. Juni und 9. Juli)

Spätsommer

Die Jahreszeit wird eröffnet, wenn der Frühapfel, der bekannteste ist der der ‚Klarapfel‘, zum ersten Mal gepflückt werden kann. Winterroggen und Winterweizen werden geerntet. Danach kommt dann das Sommergetreide, wobei der Hafer den Schlusspunkt bei der Ernte des heimischen Getreides setzt. Gegen Ende des Spätsommers setzt die Heideblüte ein und verwandelt die Heidegebiete in ein Blütenmeer.

Beginn im Mittel am 5. August (Schwankung zwischen 23. Juli und 21. August)

Frühherbst

Der Frühherbst beginnt, wenn Holunderbeeren und Kornelkirschen reif sind. Die Aussaatzeit beginnt mit der Winterraps-Bestellung. Und nachdem die ersten Birnen gepflückt sind, wird mit der Aussaat der Wintergerste begonnen. Auf den Äckern dominiert zu dieser Zeit der Mais, der seine volle Höhe erreicht hat.

Beginn im Mittel am 28. August ( Schwankung zwischen 14. August und 16. September)

Vollherbst

Wenn die ersten Früchte der Rosskastanie und Stiel-Eiche reif vom Baum fallen, dann hält der Vollherbst seinen Einzug. Die Landwirte ernten noch den Mais, die Spätkartoffeln und die Rüben und bestellen die Felder mit Winterroggen und Winterweizen. Gegen Ende des phänologischen Vollherbstes verfärben sich bis auf wenige Ausnahmen die Blätter der Laubgehölze.

Beginn im Mittel am 22. September (Schwankung zwischen 12. September und 5. Oktober)

Spätherbst

Der Spätherbst beginnt, sobald sich das Laub der Stiel-Eiche herbstlich verfärbt und viele andere Laubgehölze ihre Blätter abwerfen. Winterraps und Wintergetreide verleihen den Feldern noch einmal einen grünen Schimmer, bevor die Vegetation zur Ruhe kommt.

Beginn im Mittel am 16. Oktober (Schwankung zwischen 6. Oktober und 22. Oktober)

Winter

Der Blattfall der Stiel-Eiche, des spätreifenden Apfels und der Nadelfall der Europäischen Lärche markieren den Beginn des phänologischen Winters. Die heimischen Pflanzen sind an das mitteleuropäische Klima angepasst und verharren auch in Winterruhe, wenn milde Witterungs-Phasen folgen. Drei Ausnahmen sind unter dem Vorfrühling beschrieben.

Beginn im Mittel am 4. November (Schwankung zwischen 29. Oktober und 10. November)

 

Quelle: Deutscher Wetterdienst

Wenn du dir beim Bestimmen der Jahreszeit in deiner Region unsicher bist, schau einfach auf die aktuellen Meldedaten von vielen ehrenamtlichen Beobachtern beim Deutschen Wetterdienst:
Aktueller Stand der Pflanzenentwicklung in Deutschland